Korsika „die Schöne“2007

Am 09. September 2007 ging es los, der Erste der sich auf den Weg war diesmal ich, um 08:15 verließ ich Elze und sammelte in Esbeck Carl-Friederich auf. 

 

Da wir möglichst keine Autobahn fahren wollten ging es auf der Bundesstraße 1 Richtung Dortmund.  Kurz hinter Hameln wurde die Straße feucht und es fing an zu nieseln – so ein Scheiß – dies fängt ja gut an. In Bönen ging es auf die Autobahn und dann weiter auf der A2 zum Autobahnraststätte „Hohe Mark“ hier haben wir um 12:00 Norbert mit seiner neuen Triumph Tiger getroffen.

Tanken, ein kurzer Kaffee und dann weiter nach Ratingen zu Dirk.  Von Ratingenwar es nur noch ein Katzensprung zum Autoreisezug nach Düsseldorf.

Um nach 16:00 ging es los nach Livorno/ Italien. Nach dem wir die Aussicht während der Ausfahrt am Düsseldorfer Hauptbahnhof genossen haben, ging es ab in den Speisewagen. Schnell noch 2 – 3 Bier und dann wieder ins Abteil. Wie immer im Autoreisezug war an richtiges schlafen nicht zu denken, mehr ein dahin dösen – um 08:00 erreichten wir das Mittelmeer bei Genua. Wir dachten, Mensch ist der Zug aber zügig gefahren - da kommen wir sicherlich eine Stunde und mehr früher in Livornoan. In Livornomussten wir vom DB-Autoreiseterminal zum Hafen zur Fähre, keiner konnte uns sagen wie weit und wie viel Zeit man einplanen muss. Der Zug ab jetzt nur noch im Bummeltempo, wir hätten nebenbei Blumenpflücken können.

 

 Endlich erreichten wir Livorno, mit 15 Minuten Verspätung, jetzt wollten wir schnell unsere Motorräder haben, aber anstatt dessen, wurden erst die Autos abgeladen. Nach einiger Zeit kamen wir endlich an unsere Mopeds, jetzt war fast 12:00 ich hatte zwischenzeitlich bei einem Bahnbeamten eine Skizze mit einer Beschreibung zum Hafen bekommen. 

 

 

Eigentlich ganz einfach, auf einer Schnellstraße um die Stadt, dann den Zubringer zum Hafen „Porto“ und weiter der Ausschilderung „Moby-Line“  folgen. Wir hatten nur noch knapp eine Stunde Zeit, jedesmal wenn ich dachte jetzt hast du dich verfahren, kam ein Hinweis. Irgendwann kam die lange Autoschlange vor der Fähre, die wurde von uns ignoriert, wir überholten den ganzen Tross und standen dann ganz vorne bei den anderen Motorrädern. Kaum eine Sekunde die wir da waren, schon wurden wir auf das Schiff gewinkt.

Kurz vor 13:00 wurden unsere Motorräder wieder verzurrt und wir begaben uns auf das Sonnendeck und suchten uns vier Liegestühle aus. Jacke aus, jetzt wurde es sich bequem gemacht, kaum 20 Minuten später und es ging los.

Das gleichmäßige Geräusch des Schiffsdiesel, der angenehme kühle Wind, der strahlend blaue Himmel und dazu der bequeme Liegestuhl -  ratzfatz waren wir eingeschlafen. Erfolg, als wir uns wieder regten und streckten hatte jeder Farbe von der Sonne bekommen, der eine mehr der andere weniger. Ich hatte eine leicht verbrannte Nase.

Es war eine Wohltat aus dem kalten und verregneten Deutschland jetzt auf den Weg in die Wärme des Mittelmeer nach Korsika zu sein. Um ca. 18:00 verließen wir die Fähre in Bastia, jetzt mussten wir nur den richtigen Weg nach Corte finden. Eigentlich hatte ich mir Bastia größer vorgestellt.

Wir hatten uns CortealsStandort für unsere Motorradtouren ausgesucht, da Corte ziemlich zentral lag. Auf der N193 Richtung Süden, hinter Borgo teilt sich die Straße wir bleiben auf der N193 und fahren jetzt ins Gebirge. Die Straße schlängelt sich an einem Flussbett dem „la Golo Fl.“. In Corbulo ging es weiter ins Gebirge nach Corte, wir erreichten unser Hotel so gegen 21:00. Die Straßen waren ausgezeichnet und gut ausgebaut, zwischendurch mal eine Baustelle aber ansonsten so weit o.k.

Hotel ist gut gesagt, es war mehr eine zweitklassigige Jugendherberge. Für die Tage solle es reichen. Ein Bett zum Schlafen, eine Kombination aus Dusche und Toilette als Plastikkabine war in einer Ecke des Zimmers installiert.

Der erste Tag in Korsika empfing uns mit Sonnenstrahlen, jetzt wollten wir die Insel erkunden. Wir hatten uns die Nordspitze „Cap Corse“ vorgenommen. Auf der N193 Richtung Norden, dann N197 und weiter auf die N2197 grobe Richtung Calvi. Die Straße schlängelte sich an einem Flussbett, es gab eine Menge Straßenausbesserungen, es wurde ziemlich einsam und es wurde richtig kurvig. Hier war so gut wie kein Autoverkehr, höchstens mal ein Bauer der nach seinem Vieh schauen wollte. Mehrfach kamen wir um eine Kurve und eine Herde Kühe stand auf der Straße.

Bei Lozani erreichten wir die Küste, ostwärts erst auf der N197, dann weiter auf der 81 über St. Florent und  Patrimonio weiter nach Bastia. Nordwärts auf der 31 und weiter auf der 80,  die Strecke war gut ausgebaut. In Bastia nervte uns ein Rollerfahrer der meinte er müsste mit uns in der Stadt ein Rennen fahren. Mit 80 km/h knallte er über eine Bodenwelle die für die Geschwindigkeits-reduzierung gedacht war und man eigentlich mit 30 km/h fahren sollte. Kurz hinter Bastia sahen wir die ersten Genuesertürme. Die Genuesertürme, sind ein Wahrzeichen von Korsika. Diese Türme wurden im 16. Jahrhundert gebaut, um sich gegen die Überfälle von nordafrikanischen Piraten zu schützen. Die einzelnen Türme hatten untereinander Sichtkontakt und konnten sich optisch verständigen. Insgesamt gab es ca. 150 Türme, 67 sind noch gut erhalten. 

Wir folgten der 80 bis Macinaggo, dort ging es hinunter zum „Cap Corse“ wir machten hier in einem Cafe halt und ließen uns die Nachmittagsonne auf den Pelz brennen. Es war jetzt richtig schön warm geworden, strahlend blauer Himmel. Ich hatte in der Zwischenzeit alle Lüftungen an meiner Jacke und Hose auf. Als wir weiterfuhren, wurde die Straße schlagartig grottenschlecht, bis zu dem Ort – in dem wir Pause gemacht hatten kamen auch die normalen Touristen. Die fuhren auch auf der gleichen Strecke wieder zurück. Wir fuhren jetzt an der Ostseite vom Cap Corse und wurden von den Straßenschäden nur so durchgeschüttelt.

An schönen dahinfahren war überhaupt nicht zu denken. Jede Bucht wurde mitgenommen, eine Möglichkeit wieder auf die Westseite zu kommen gab es ohne Umweg nicht.  In St. Florent ging es auf die 81 die wir von der Herfahrt schon kannten, dann auf die schnurgrade N 197. Dirk teilte uns mit, das er tanken müsste, seine Warnlampe sei bereits angegangen. Aber weit und breit kam keine Tankstelle. Nach 30 km rechneten wir damit, das jeden Moment die Aprilla stotternd stehen bleibt, aber wir fuhren bis Corbolu, als wir tankten hätten wir auch weiterfahren können, die Tankanzeige war wohl eher ein Frühwarnsystem. Am nächsten Tag fuhren wir von Corte in Richtung Süden, erst auf der gut ausgebauten N193 und dannab Vivario weiter auf einer „Gelben“ der „69“. Mit jedem Kilometer wurde die Straße schlechter, absolut kein Autoverkehr, die Einzigen die hier unterwegs waren - waren wir. Nach einer Stunde machten wir Rast, eigentlich hatten wir gedacht bis Bonifacio zu kommen.

Aufgrund der Straße wurde umdisponiert und wir fuhren Richtung Westen un suchten uns bei Punta di Porticcio ein Platz zum Baden. Über Ajaccio ging es wieder nach Corte. Ascotal,eine Fahrt die sich auf jeden Fall lohnt ist eine Tour in das Asco Tal „Gorges de lÁsco“. Von der N197 biegt man auf die 47 und später auf die 147. Die Strecke ist ein Sacktal und endet kurz vor dem Monte Cinto (2706 m höchster Berg von Korsika). 

Landschaftlich kaum zu beschreiben, die Straße wird immer kurviger und enger, manchmal fährt man recht manchmal links vom Fluss. Teilweise ragen Felsen auf die Fahrbahn, die spitzen sind rot & weiß angemalt. Der Fluß hat eine azurblaue Farbe und hat im Laufe der Jahrhunderte die Felsen ausgewaschen und es gibt immer wieder kleine Tümpel. Am Endpunkt dem Haut Asco haben wir Rast gemacht.

Am nächsten Tag wurde der Ostteil der Insel erkundet und endet mit einem kühlen Bad im Mittelmeer. Die Ostseite von Korsika hat sehr schöne Sandstrände.

Am 14. September hieß es Abschied nehmen von der Schönen“ – ich denke die Insel wird uns allen in schönster Erinnerung bleiben. Am Abend hatten wir schon unsere Sachen soweit gepackt, das wir nur noch die Packtaschen und Tankrucksack festzurren brauchten. Mit dem Hotel hatten wir eigentlich vereinbart, dass wir noch ein Frühstück um 05:30 bekommen sollen, aber nichts war vorbereitet. Ein Frühstück in Korsika bedeutet, ein Kaffee der so stark ist, das selbst Napoleon wieder auferstanden wäre. Nur mit verdünnen mit heißen Wasser und viel Milch war dieser Kaffee genießbar. Dazu gab es ein fettiges Crousion und abgepackte Marmelade. Als wir losfuhren war es noch dunkel, nun viel uns erst auf, auf Korsika ist man mit der Straßenbeleuchtung sehr sparsam. Dadurch, dass wir durch die Berge mussten war die Fahrt nicht einfach. Menschleer, jetzt hätte man sich gerne mal ein paar Autos auf der Straße gewünscht, die einem den Weg gezeigt hätten. Als wir auf die N 193 kamen wurde es richtig hell und hier war auch Autoverkehr. Wie schon in Livorno, durften die Motorräder nach ganze vorne und fuhren als erstes auf die Fähre.

Dies hatte den Vorteil, wir konnten uns wieder die Liegestühle aussuchen. Um kurz vor 8:00 legten wir ab, der Himmel war diesmal bedeckt. Leider waren die ersten Stunden der Überfahrt nicht so schön warm wie auf der Herfahrt. Der Morgen war noch kühl und wir saßen in unserer Mopedmontur in unseren Liegestühlen und dösten so vor uns hin. 

Von Bastia ging es nach Nizza, um 13:00 erreichten wir den Hafen, jetzt hatten wir wieder über 30°C und wollten nur raus aus der Stadt. Natürlich ging es erst mal in die falsche Richtung. Über den Col de Turini erreichten wir den Ort St. Martini eine Zwischenstation auf unserem Weg durch die französischen Seealpen nach Hause. Am Abend sind wir durch engen Gassen geschlendert, typisch französich, aber sehr reizvoll.

 Nach einem französischen Abendessen ging es am nächsten Morgen wieder weiter, wir wollten einen kurzen Abstecher haben wir noch zum Grand Canyon du Verdun gemacht und genossen hier die Aussicht. Über den Col du Couillole 1 678 m und dem Col du Vassonerreichten wir im Laufe des frühen Nachmittag den Grand Canyon du Verdon. Am Abend haben wir in einem Ort in der Nähe von Barcelonnette übernachtet. Die Motorräder konnten auf dem Hinterhof geparkt werden.

  Grand Canyon du Verdun unvergessene Ausblicke

 

Um kurz nach 08:00 saßen wir wieder im Sattel und weiter ging es Richtung Norden, Dirk hatte von Martina wir erfahren, dass es in Deutschland nur regnete, dies waren ja schöne Aussichten. Noch hatten wir ja gutes Wetter und es ging weiter über den Col de Vars 2.109 m weiter zum Col de Galibier 2.645 m den wir gegen Mittag erreichten. Hier oben sah es aus wie auf einer Mondlandschaft. So weit das Auge reichte kein Baum, kein Strauch – höchsten Mal ein bisschen Moos auf dem nackten Fels.

 

 Die Aussicht war überwältigend, aber auch schweinekalt. Dirk zog sich die Regenkombi, über seine Lederkombi. Unterhalb vom Pass konnten wir auf einer Sonnenterasse eine Cappuccino genießen. Trotz des guten Wetter kamen nur vereinzelt Besucher hoch zum Pass.   Am Nachmittag erreichten wir den Co du LÌseran  2.770 m einer der höchsten Pässe der Alpen. Wie am Col de Galibier, hier ähnelte alles einer Mondlandschaft, herrliche Aussicht – aber auf der Passhöhe ein schweinekalter Wind. Im Windschatten von Felsen oder Häusern ließ es sich aushalten. Hier oben war so gut wie keine Menschenseele.

 

  Kurz hinter der Schweizer Grenze suchten wir uns ein Quartier. Am nächsten Morgen wollten wir zum  St. Bernhard hoch. Dies war nicht so einfach, da die alte Passtrecke durch mehrere Baustellen nur zeitweise passierbar war.

Auf der Passhöhe 2.473 m wurden wir von einer wunderschönen Aussicht belohnt. Aber hier hatte uns der Touristenrummel wieder eingeholt, es gab jede Menge Andenken, Postkarten usw… dies kannten wir aus den französischen Seealpen nicht. Buseweise wurden die Rentner hier her geschafft. Nach dem St. Bernhard bezog sich am Nachmittag der Himmel mit dunklen Wolken. Wir beratschlagend kurz, weiter auf der Landstrasse durch die Schweiz, oder eine Vignette kaufen und in einem Rutsch bis in den Schwarzwald fahren. Auf nassen und schmierigen Straßen macht keinen Spaß, also Autobahn. Deutschland empfing uns imRegen, was für ein …. 

Unsere letzte Übernachtung im Schwarzwald, morgens ging es auf nassen Strassen über Schauinsland auf die Autobahn, Nieselregen… kurze Regenpausen… Kälte…. Regenschauer.

  

Um ca. 13:00 erreichten wir Frankfurt, hier verabschiedeten wir uns, Norbert und Dirk fuhren weiter Richtung Köln, wir Karl und ich weiter Richtung Hannover, kurz vor Kassel haben wir dann noch Mal eine richtige Dusche abbekommen. Aber meine Textilkombi hielt dicht, es war nur nach einiger Zeit kalt.